UN-Behindertenrechtskonvention – Was ist das eigentlich?

In den vergangenen Jahren hat sich das Verständnis von Behinderung grundlegend geändert. Behinderung wird nicht nur als funktionale Schädigung gesehen, sondern auch als eine Einschränkung der Aktivitäts- und Teilhabemöglichkeiten gesehen, welche für Menschen ohne Behinderungen alltäglich sind. Aus diesem Grund sind zentrale Leitbegriffe der UN-Behindertenrechtskonvention zum Beispiel Chancengleichheit, Würde, Inklusion, Selbstbestimmung und Partizipation.

Hauptziel der UN-Behindertenrechtskonvention ist eine gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben.  Sie wurde 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedet und ist der erste Menschenrechtsvertrag für Menschen mit Behinderungen.

Behinderte Menschen sollen als vollwertige Bürgerinnen und Bürger der Gesellschaft anerkannt werden. Die Konvention setzt sich gegen die Benachteiligung ein. In Deutschland gibt es zwar Gesetze, Regelungen und Projekte für die Inklusion, doch damit Inklusion als Menschenrecht gelingen kann, müssen sich einige Dinge in unserer Gesellschaft ändern.

Barrieren in Städten, Gebäuden, Transportmitteln, im Internet und in der Sprache müssen abgebaut werden. Dies kann unter anderem durch barrierefreie Internetseiten durch die Etablierung von leichter Sprache, Blindenschrift oder Gebärdensprache geschehen.

Menschen mit Behinderung haben das Recht auf selbstbestimmtes Leben. Das heißt, dass keine Eingriffe in Menschenrechte und persönliche Rechte stattfinden dürfen. Sie sollen nicht entmündigt oder ausgegrenzt werden. Deswegen haben Menschen mit Behinderungen auch das Recht der freien Wahl des Wohnortes und Art. Auch in diesem Punkt fand eine große Wandlung des Wohnverständnisses statt. Die Möglichkeiten von stationärem, Einzel-Paar – oder Gruppenwohnen ist vorhanden, wo die Menschen bei Bedarf ambulant betreut werden können. Es gibt auch etliche Unterstützungsangebote und Assistenzen.

Es gilt das Motto: „Gleiches Rechte für Alle.“ Dazu gehört das Recht auf Erziehung, Bildung und Arbeit. Das heißt, dass Menschen mit Behinderung auf eine Schule für Kinder mit und ohne Behinderung gehen dürfen und ihren Lebensunterhalt durch einen inklusiven ersten Arbeitsmarkt selbst verdienen können.

Jetzt fragst du dich bestimmt, wie diese Ziele gelingen können. Es wurde gemeinsam mit Menschen mit Behinderung ein Übereinkommen konzipiert. „Nichts über uns ohne uns“ ist der Leitspruch und soll heißen, dass sich Alle an der Umsetzung beteiligen können. Wichtig ist dabei, dass Menschen mit Behinderung „Experten in eigener Sache“ sind. Sie alleine wissen, was ihre Wünsche sind und müssen dem entsprechend in den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden. Nur wenn Alle aus der Gesellschaft mitmachen, kann dieses Vorhaben auch gelingen. Dem entsprechend gibt es viele Projekte und Initiativen, welche Inklusion in die Praxis umsetzen. Jeder Mensch kann seinen Teil dazu beitragen, dass eine inklusive Gesellschaft gelingen kann, das ist gar nicht schwer.

Da die Konvention extra für Menschen mit Behinderungen ins Leben gerufen wurde, verlinke ich sie euch auch einmal in Leichter Sprache. Schau doch mal rein 🙂

http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/CRPD_behindertenrechtskonvention/crpd_leichte_sprache_de.pdf

Schreibe einen Kommentar