‚chronisch krank‘ – was bedeutet das?

Häufig sprechen Menschen davon, dass sie selbst oder Leute in ihrem Umfeld ‚chronisch krank‘ sind. Doch was bedeutet chronisch überhaupt und wie lässt sich dieser Begriff von anderen Begriffen abgrenzen? Im folgenden erläutern wir euch einmal die wesentlichen Merkmale einer chronischen Erkrankung und grenzen sie von einer akuten Erkrankung ab.

Das Wort ‚chronisch‘ stammt ursprünglich aus dem Griechischen (chronikós) und bedeutet zeitlich, lang (http://www.duden.de/rechtschreibung/chronisch) . Chronische Krankheiten lassen sich also als solche beschreiben, die sich in der Regel langsam entwickeln und lange anhalten. Meistens muss eine Krankheit länger als vier Wochen bestehen um als chronisch zu gelten. Eine akute Krankheit hingegen liegt dann vor, wenn sie plötzlich auftritt und nach Behandlung oder von selbst wieder verschwindet. Viele Krankheiten können sowohl akut als auch chronisch verlaufen.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zum Anteil der chronisch Erkrankten in Deutschland geben rund zehn Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren an, unter einer chronischen Krankheit zu leiden. Fast die Hälfte aller Befragten im Alter von 70 Jahren und älter geben an, chronisch krank zu sein (siehe Diagramm).

In § 62 des fünften Sozialgesetzbuches ist eine durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) konkretisierte Richtlinie für schwer chronisch kranke festgeschrieben (die Chroniker – Richtlinie). Diese regelt beispielsweise die Definition einer schweren chronischen Krankheit, die von der Krankenkasse festgestellt werden kann. Laut dieser Richtlinie ist eine Krankheit dann schwerwiegend chronisch wenn … (2) (…) sie wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:
a) Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.
b) Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60% vor, wobei der GdB oder die MdE nach den Maßstäben des § 30 Abs. 1 BVG oder des § 56 Abs. 2 SGB VII festgestellt und zumindest auch durch die Krankheit nach Satz 1 begründet sein muss.
c) Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psycho-therapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit nach Satz 1 verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.

(§ 62 SGB V, Abs. 2 und Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Umsetzung der Regelungen in § 62 für schwerwiegend chronisch Erkrankte, Stand: 20. August 2008)

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