Bitte Leichte Sprache!!

Jeder, der schon einmal einen Antrag bei einer Behörde gestellt hat, wird es kennen. Man bekommt einen Haufen Unterlagen, die oft sehr juristisch und in Fachsprache geschrieben sind, sodass es manchmal unmöglich ist, diese überhaupt zu verstehen.

Besonders schwer haben es Menschen, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Das können Menschen mit Lernschwierigkeiten sein, Migranten, die schlecht deutsch sprechen, ältere Leute, die mit den komplizierten Formulierungen nicht zurechtkommen oder einfach nichtmehr so gut sehen. Diese Personen stehen vor einem Problem, wenn ihnen die sogenannte „schwere Sprache“, so wie wir sie im Alltag sprechen begegnet. Sie können nichtmehr mitreden und zugeben, dass man etwas nicht versteht, ist häufig mit einem unbehaglichen Schamgefühl verbunden.

Damit Menschen, die Schwierigkeiten haben, „Schwere Sprache“ zu verstehen, auch mitreden können, gibt es die sogenannte „Leichte Sprache.“

„Leichte Sprache“ bedeutet, dass man komplizierte Ausdrucksweisen so umformuliert, dass sie möglichst leicht verständlich sind. Dafür gibt es ganz klare Regeln, die vom „Netzwerk Leichte Sprache“ festgelegt sind. Die Regeln beziehen sich auf:

 

  1. Die Wortwahl
  2. Zahlen und Zeichen
  3. Die Satzbildung
  4. Texte
  5. Textgestaltung und Bilder
  6. Prüfen

 

Eine Regel zur Wortwahl ist zum Beispiel, dass Fremd- und Fachwörter verboten sind. Zahlen sollen nicht ausgeschrieben, sondern als Nummer geschrieben werden und auf Zeichen wie Prozent (%) oder Paragraf (§) verzichtet werden. Wenn es notwendig ist, müssen die Zeichen erklärt werden.

Sätze dürfen nur sehr kurz sein und nur eine Aussage beinhalten.

Bei der Textgestaltung ist eine gerade und große Schriftart (z.B. Arial 14pt.) zu achten. In der Regel werden zudem Bilder zur Unterstützung eingesetzt.

Insgesamt gibt es ca. 17 Regeln, die bei der Verwendung von „Leichter Sprache“ zu beachten sind.

In Deutschland gib es deshalb extra „Büros für Leichte Sprache“. Diese helfen dabei, Texte in einfache Sprache umzuschreiben. Danach werden diese von mehreren Mitarbeitern (Prüfern), die selbst eine Lernschwäche haben, überprüft. Erst, wenn alle Prüfer den Text verstanden haben, wird dieser freigegeben.

Eingesetzt werden sollen diese Texte nicht nur bei öffentlichen Einrichtungen, sondern auch im Internet. Ziel ist es, Sprachbarrieren abzubauen und den Betroffenen ein Stück mehr Selbstbestimmung zu geben.

 

Hier nochmal ein paar interessante Links mit weiteren Informationen zum Thema „Leichte Sprache“:

Netzwerk Leichte Sprache – Regeln

Büro für Leichte Sprache – Lebenshilfe Bochum

 

Hier einmal der Versuch, den Text in Leichter Sprache zu schreiben  🙂

 

Texte sind oft lang und schwer zu lesen.

Zum Beispiel beim Amt.

Oder jemand redet mit dir und du kennst die Wörter nicht.

Zum Beispiel, wenn der Arzt sagt, was du hast.

Das geht vielen Menschen so.

 

  • Menschen, die alt sind
  • Menschen, die nur wenig deutsch sprechen
  • Menschen, den es schwer fällt zu lernen.

 

Oft fühlen sich diese Menschen dann schlecht, weil sie nicht mitreden können.

Damit alle Menschen mitreden können, gibt es Leichte Sprache.

 

Bei Leichter Sprache gibt es Regeln.

Zum Beispiel gibt es die Regeln:

Bei Leichter Sprache dürfen keine schweren Wörter benutzt werden.

Oder Schwere Wörter werden erklärt.

Die Sätze sind kurz, damit man sie besser lesen kann.

Die Buchstaben müssen groß und schwarz sein.

Das Papier weiß.

Das hilft Menschen, die schlecht sehen.

Oft gibt es Bilder, die zeigen, was im Text steht.

Ließt du zum Beispiel etwas über einen Zug, ist auf dem Bild auch ein Zug.

 

Es gibt 17 Regeln beim schreiben mit Leichter Sprache.

Das sind sehr viele Regeln.

Darum ist es schwer, mit Leichter Sprache zu sprechen und zu schreiben.

 

 In Deutschland gibt es dafür Büros.

Die Büros heißen Büros für Leichte Sprache.

Dort wird Schwere Sprache in Leichte Sprache übersetzt.

Im Büro für Leichte Sprache arbeiten auch Menschen, die Schwere Sprache nicht verstehen.

Sie lesen den übersetzten Text und sagen, ob er gut ist

 und sie ihn verstanden haben.

Wenn Sie Nein sagen, wird er neu geschrieben.

Wenn sie Ja sagen, darf er gebraucht werden.

Gebraucht wird der Text dann zum Beispiel beim Amt.

Oder beim Arzt.

Oder im Internet.

 

Damit alle Menschen verstehen

und mitreden können.

und eine eigene Meinung bilden können.

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